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Vegan Verreisen: 10 Tipps für den veganen Urlaub

Wo kann man als Veganer:in Urlaub machen? Wie kann ich den vega­nen Urlaub gestal­ten? Was soll­te ich unbe­dingt beach­ten? Die­se und wei­te­re Fra­gen möch­te ich euch heu­te mit mei­nen 10 Tipps beant­wor­ten.


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1. Vegane Pauschalreisen

Es wäre doch super, wenn man in einem Rei­se­por­tal nach „vega­ner Pau­schal­rei­se“ suchen könn­te und dann ein­fach nur buchen müss­te. Lei­der ist die Rea­li­tät anders. Vega­ne Pau­schal­rei­sen gibt es nicht, was ein­fach zu begrün­den ist.

Vegan ist nicht nur eine Ernäh­rungs­wei­se, son­dern eine Hal­tung – sprich der Umwelt­schutz ist wich­tig. In den nächs­ten „Feri­en­flie­ger“ zu sprin­gen, ist da unmög­lich. Flie­gen ist immer­hin eine der größ­ten CO2-Sün­den. Da kann man dann noch so vie­le Bäu­me pflan­zen las­sen, um sein schlech­tes Gewis­sen zu beru­hi­gen. Es funk­tio­niert nicht, denn eine Buche spei­chert in cir­ca 50 Jah­ren[1] ins­ge­samt 1 Ton­ne CO2[2]nicht pro Jahr, son­dern in den gesam­ten 50 Jah­ren! Ein Mensch, der von Ber­lin nach Tene­rif­fa fliegt, erzeugt schon allein dadurch 1,2 Ton­nen CO2.[3] Ihr merkt, es ist durch die PR-Maß­nah­me „Bäu­me pflan­zen“ unmög­lich, den CO2-Aus­stoß einer Flug­rei­se zu kom­pen­sie­ren.

Wei­ter­hin wer­den die meis­ten die­ser Pau­schal­rei­se­ho­tels in Län­dern und Regio­nen gebaut, in denen kli­ma­tisch seit jeher Was­ser­man­gel herrscht. Um die Tou­ris­ten dann aber den Luxus von zuhau­se zu prä­sen­tie­ren, wer­den dort natür­li­che Was­ser­spei­cher aus­ge­beu­tet, die eigent­lich für die Natur vor Ort da sind. Oder es nwird durch sehr ener­gie­in­ten­si­ve Meer­ent­sal­zungs­an­la­gen (CO2-Belas­tung) aus Meer­was­ser Süß­was­ser gemacht. Das ist alles für die Natur ver­eh­rend und des­we­gen wer­den wohl für Vega­ne­rin­nen und Vega­ner, die sich der Trag­wei­te ihrer Ent­schei­dun­gen bewusst sind, Pau­schal­rei­sen nie­mals eine Opti­on sein. Wer sich hin­ge­gen nur vegan ernährt, der fin­det über die besag­ten Rei­se­por­ta­le, Hotels, wel­che vega­ne Küche anbie­ten.

2. Vegane Hotels suchen

Tat­säch­lich fin­det die Such­ma­schi­ne des Rei­se­por­tals von TUI 1931 Hotels mit vega­ner Kost.[4] Und auch ande­re Por­ta­le erlau­ben es, Hotels mit vega­ner Küche zu suchen. Wenn das Wunsch-Hotel dann sogar mit dem Zug erreich­bar ist, ist das schon mal eine Mög­lich­keit für einen vega­nen Urlaub, bei dem sogar die Anrei­se eine halb­wegs gute Öko­bi­lanz auf­weist.

Wie die Küche vor Ort ist und ob sich das vegan nur auf das Früh­stück bezieht, muss selbst recher­chiert wer­den. Außer­dem ist es nicht schlecht, wenn es in der Umge­bung vega­ne Restau­rants gibt, außer ihr wollt jeden Tag im Hotel essen. Natür­lich ist das alles auch immer eine finan­zi­el­le Fra­ge. Des­halb fin­de ich es meist prak­ti­scher, sich ein Feri­en­haus oder eine Feri­en­woh­nung zu mie­ten. Alter­na­tiv geht auch der Cam­ping­platz, wenn das euren Geschmack trifft.

3. Ferienwohnung, Ferienhaus nehmen

Bei einer Feri­en­woh­nung oder Haus, könnt ihr selbst bestim­men, was ihr kocht. Damit ist die Fra­ge nach dem vega­nen Essen geklärt. Ein­zig die Sache mit dem Kochen und der Haus­ar­beit in der Feri­en­woh­nung könn­te zu Pro­ble­men füh­ren. Wenn näm­lich der Partner/die Part­ne­rin, die sich bereits zu Hau­se um den Haus­halt küm­mert, das auch im Urlaub machen muss, wird das als unge­recht emp­fun­den. Klar, der oder die hat dann in dem Sin­ne kei­nen Urlaub, weil er oder sie ja das Glei­che macht wie zu Hau­se. Das soll­tet ihr bei der Pla­nung der Urlaubs-Haus­ar­beit beden­ken.

4. Vegane Restaurants im Urlaub – Nachteil, der eigentlich ein Vorteil ist

Urlaub ohne Restau­rant­be­such ist für mich kein Urlaub. Gera­de wenn wir als Fami­lie eine Wan­de­rung machen und uns dann auf ein lecke­res Mit­tag­essen an unse­rem Ziel freu­en. Oder bei Städ­te­rei­sen, wenn wir eine Sehens­wür­dig­keit besu­chen und danach in der Nähe eine Klei­nig­keit zu uns neh­men kön­nen. Doch lei­der gibt es nicht in jedem Restau­rant vega­ne Spei­sen. In eini­gen Regio­nen in Deutsch­land steht ja sogar noch Fisch als vege­ta­ri­sches Gericht auf der Kar­te. Na ja.

Es klingt zunächst nach einem Nach­teil: Wir kön­nen nicht ein­fach in ein belie­bi­ges Restau­rant gehen. Aber in Wahr­heit ist das ein Vor­teil. Wie oft irren Fleisch­esser auf der Suche nach dem pas­sen­den Restau­rant durch die Innen­städ­te und schau­en dort und dort? Der eine will das essen, der ande­re das und der drit­te das. Dann ist es dort zu teu­er, dort zu unsau­ber und da sieht es wie in einer typi­schen Tou­ris­ten­fal­le aus. Am Ende ver­brin­gen Omni­vo­ren wer weiß wie vie­le Stun­den ihres Urlaubs nur mit der Restau­rant­su­che.

Als vegan leben­der Mensch beschränkt sich von vorn­her­ein die Aus­wahl auf weni­ge Restau­rants in der Urlaubs­re­gi­on. Wir pla­nen des­halb im Vor­aus unse­re Aus­flugs­rou­ten in der Art, dass wir bei­spiels­wei­se genau die­sen Bade­strand besu­chen, um im vega­nen Restau­rant gleich in der Nähe essen zu kön­nen. Das macht es viel ein­fa­cher. Sicher­lich sind wir nicht so spon­tan, aber spa­ren unheim­lich viel „Restau­rant­such­zeit“.

5. Vegane Snacks mitnehmen – Veganer Familienurlaub

Ganz wich­tig ist es, gera­de wenn wir mit unse­ren Kin­dern unter­wegs sind, vega­ne Snacks mit­zu­neh­men. Wir kön­nen bei den „Klei­nen“ nicht mal zwi­schen­durch den Hun­ger mit der Wurst­sem­mel vom Bäcker stil­len. Wir haben unse­re Brot­do­sen dabei, in denen wir alle mög­li­chen vega­nen Snacks haben. Obst-Stü­cke und Gemü­se-Sticks sind dabei natür­lich Pflicht, weil gesund und super schnell vor­be­rei­tet.

6. Vegane Kosmetik nicht vergessen

Was mir schon im Urlaub pas­siert ist, dass ich bestimm­te Kos­me­tik­pro­duk­te ver­ges­sen hat­te mit­zu­neh­men. Wenn ich inner­halb Deutsch­lands ver­rei­se, ist das kein Pro­blem. Ich ken­ne mei­ne Pro­duk­te und weiß, wel­che davon vegan sind. Im Aus­land kann das schon schwie­ri­ger sein. Des­halb lie­ber eine klei­ne Scheck­lis­te für die Rei­se machen, die man dann abhakt, um die vega­ne Kos­me­tik nicht zu ver­ges­sen. Und wenn man doch was ver­ges­sen hat, dann gibt es ja glück­li­cher­wei­se diver­se Apps, die uns vegan Leben­den wei­ter­hel­fen.

7. Apps für VeganeN Urlaub

In mei­nem Blog­bei­trag „Smart Vegan: Die­se Apps hel­fen Dir im vega­nen All­tag“ habe ich die wich­tigs­ten Apps auf­ge­führt, die uns Veganer:innen wei­ter­hel­fen. Die­se Apps sind natür­lich auch im Urlaub sehr hilf­reich. Gera­de wenn es dar­um geht, ein gutes vega­nes Restau­rant oder zumin­dest ein Restau­rant mit vege­ta­ri­schem Ange­bot zu fin­den. Also schaut gern noch­mal in mei­nen Bei­trag vom 29. April 2023.

8. Meine 3 liebsten veganen Urlaubsziele

1. Schweiz

Ich woh­ne in direk­ter Grenz­nä­he zur Schweiz. Da ist es kein Wun­der, dass ich dort auch gern Urlaub machen. Sicher, es ist teil­wei­se echt teu­er, aber die Land­schaft ist wirk­lich sehr schön und inter­es­san­ter­wei­se ist die Schweiz vegan-tech­nisch wirk­lich gut auf­ge­stellt. Wür­de man nicht den­ken, ist aber wahr. Oder wuss­tet ihr, dass laut Gui­ness-Buch der Rekor­de es in Zürich das ältes­te vega­ne Restau­rant der Welt gibt?[5] Es ist das Haus Hiltl. Ich war da natür­lich schon essen.

2. Deutschland

Ich sage mir oft: War­um in die Fer­ne schwei­fen, denn das Gute liegt so nah. Hier in Deutsch­land haben wir: Ber­ge, Seen, Mee­re und Wäl­der sowie inter­es­san­te Städ­te mit impo­san­ter Archi­tek­tur aus allen mög­li­chen Jahr­hun­der­ten und sogar Jahr­tau­sen­den. Da in grö­ße­ren Städ­ten und Uni­ver­si­täts­städ­ten auch immer Veganer:innen leben, ist es dort zumin­dest nicht schwer, vegan Urlaub zu machen.

3. Großbritannien

Was mir lan­ge nicht bewusst war, im Ver­ei­nig­ten König­reich leben sehr vie­le Veganer:innen. Das beweist etwa, dass 2022 in Groß­bri­tan­ni­en der Anteil vega­ner Lebens­mit­tel bei den Neu­ein­füh­run­gen von Lebens­mit­tel­pro­duk­ten bei 26,5 Pro­zent lag. [6]  Damit schlu­gen die Bri­ten alle ande­ren Län­der.

Gera­de Lon­don ist für Veganer:innen das idea­le Städ­te­trip-Ziel. Von Frank­furt am Main reist man mit der Bahn in cir­ca 6 Stun­den dort­hin. Das fin­de ich ver­tret­bar, denn wie geschrie­ben, flie­gen kann nicht vegan sein, weil die CO2-Belas­tung nie­mals durch Bäum­epflan­zen oder Ähn­li­ches kom­pen­siert wer­den kann (sie­he 1. Vega­ne Pau­schal­rei­sen).

9. Touristen-Attraktion meiden, die auf Tiere setzen

Vie­le Aus­flugs­zie­le in Tou­ris­ten­re­gio­nen set­zen lei­der immer noch auf die Aus­beu­tung von Tie­ren. Da gibt es dann Esel- oder Kamel­rei­ten, Strei­chel­zoos für Kin­der und natür­lich Tier­parks. Gera­de, wenn man mit Kin­dern unter­wegs ist, kann es schwie­rig wer­den zu erklä­ren, wes­halb ande­re Kin­der auf dem Pony rei­ten dür­fen und das eige­ne Kind nicht. Wir ver­su­chen des­halb immer im Vor­hin­ein zu recher­chie­ren, ob bei unse­ren Zie­len sol­che „Tier-Attrak­tio­nen“ vor­kom­men und mei­den sie dann. Wobei ich hier nicht unter­stel­len will, dass es den Tie­ren dort immer schlecht geht. Aber Fakt ist, in der frei­en Natur wür­de kein Pony dar­auf war­ten, dass ein 5‑jähriges, plär­ren­des Kind von den Eltern auf des­sen Rücken bug­siert wird, damit die es dort foto­gra­fie­ren kön­nen.  

10. Freundlichkeit öffnet Türen

Tat­säch­lich stel­le ich auf Rei­sen immer wie­der fest, dass Freund­lich­keit im über­tra­gen­den Sinn Türen öff­net. Wenn man mit den Leu­ten redet, ihnen die Situa­ti­on erklärt, kann man sogar in einem „fleisch­ver­lieb­ten“ Wirts­haus wenigs­tens eine vege­ta­ri­sche Lecke­rei bekom­men. Meckern und sich auf­re­gen bringt in aller Regel abso­lut nichts. Aber das ist ja auch im All­tags­le­ben so.

Veganer Urlaub macht Spaß

Mit mei­nen 10 Tipps für den vega­nen Urlaub konn­te ich euch hof­fent­lich ein paar Anre­gun­gen geben, auf was ihr ach­ten soll­tet. Ob es nun die Suche nach vega­nen Hotels, die Recher­che nach vega­nen Restau­rants oder das Mit­neh­men von vega­nen Snacks ist. Mei­ne drei Emp­feh­lung von vega­nen Urlaubs­zie­len (Schweiz, Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en) hel­fen euch viel­leicht auch wei­ter. Und denkt dran, ver­mei­det Tou­ris­ten­at­trak­tio­nen, die Tie­re aus­nut­zen und beach­tet, dass Freund­lich­keit in aller Regel immer wei­ter­hilft.


Quellen:

[1] Vgl. Baum­sicht: „Bau­mal­ter bestim­men“ (Buche, Stamm­durch­mes­ser 30 cm), https://​baum​sicht​.de/​a​l​t​er/, Abruf am 12.06.2023

[2] Vgl. Pan­ora­ma: „PR-Mogel­pa­ckung: Bäu­me pflan­zen fürs Kli­ma“ von Dési­rée Marie Feh­rin­ger & Zita Zen­ger­ling, 11.11.2021, https://​dasers​te​.ndr​.de/​p​a​n​o​r​a​m​a​/​a​r​c​h​i​v​/​2​0​2​1​/​P​R​-​M​o​g​e​l​p​a​c​k​u​n​g​-​B​a​e​u​m​e​-​p​f​l​a​n​z​e​n​-​f​u​e​r​s​-​K​l​i​m​a​,​b​a​e​u​m​e​2​9​2​.​h​tml, Abruf am 12.06.2023

[3] Vgl. mycli­ma­te: „Berech­nen Sie Ihre Flug-Emis­sio­nen!“ (Ber­lin, Tene­rif­fa, Hin-und Rück­flug, 1 Per­son, Eco­no­my Class), https://​co2​.mycli​ma​te​.org/​d​e​/​p​o​r​t​f​o​l​i​o​s​?​c​a​l​c​u​l​a​t​i​o​n​_​i​d​=​5​8​7​6​635, Abruf am 12.06.2023

[4] Vgl. TUI, Fil­ter: Vega­ne Kost, https://​www​.tui​.com/​s​p​e​z​i​e​l​l​e​-​k​u​e​c​h​e​/​v​e​g​a​n​e​-​k​u​e​c​he/, Abruf am 12.06.2023

[5] Vgl. Wiki­pe­dia: „Hiltl (Restau­rant)“, https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​H​i​l​t​l​_​(​R​e​s​t​a​u​r​ant), Abruf am 12.06.2023

[6] Vgl. Sta­tis­ta: „Anteil vega­ner Lebens­mit­tel bei den Neu­ein­füh­run­gen von Lebens­mit­tel­pro­duk­ten in aus­ge­wähl­ten Län­dern welt­weit im Jahr 2022“, Ver­öf­fent­licht von San­dra Ahrens, 20.01.2023, https://​de​.sta​tis​ta​.com/​s​t​a​t​i​s​t​i​k​/​d​a​t​e​n​/​s​t​u​d​i​e​/​1​3​6​0​8​6​0​/​u​m​f​r​a​g​e​/​v​e​g​a​n​e​-​l​e​b​e​n​s​m​i​t​t​e​l​-​n​e​u​e​i​n​f​u​e​h​r​u​n​g​e​n​-​l​a​e​n​d​er/, Abruf am 12.06.2023